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Gut geschlafen?

Wer wünscht ihn sich nicht "den Schlaf des Gerechten"? Jeder dritte klagt über Schlafstörungen. Die Folge: Übermüdung, Gereiztheit und verminderte Leistungsfähigkeit. Nicht umsonst rangieren Beruhigungsmittel und Schlafmittel ganz oben im Bereich der Selbstmedikation: 203 Mio. Euro gaben die Deutschen 2014 dafür aus (Quelle: DER ARZNEIMITTELMARKT IN DEUTSCHLAND 2014, Seite 24), Tendenz steigend. Aber ist der Griff zur Tablette wirklich das einzige Mittel, um wieder durchschlafen zu können?

Immer mehr Menschen klagen über Einschlaf- und/oder Durchschlafstörungen. Unser Körper benötigt in rhythmisch wiederkehrenden Abständen Schlaf als aktiven Erholungsvorgang. Nicht jeder braucht aber gleich viel Nachtruhe, um diese Regeneration zu erreichen: Zum einen ist das Schlafbedürfnis der Menschen individuell sehr verschieden, zum anderen nimmt es mit zunehmendem Alter naturgemäß ab. Benötigt ein Säugling noch ca. 16 Stunden Schlaf am Tag, so deckt ein über 50jähriger mit 6 Stunden Schlaf sein natürliches Schlafbedürfnis ab. Auch wer also weniger Schlaf braucht als noch vor zehn Jahren, der leidet keinesfalls - wie oft fälschlicherweise angenommen - an Schlafstörungen

Schlaf - Erholung für Körper und Geist
Und noch eines ist zu berücksichtigen: Schlaf ist nicht gleich Schlaf! Er unterteilt sich vielmehr in verschiedene Schlafarten: Das Einschlafstadium, das Leichtschlafstadium, das mitteltiefe Stadium und das Tiefschlafstadium. Diese Phasen werden von besonderen etwa 20minütigen Schlafphasen, den sogenannten REM-Phasen (Rapid-Eye-Movement) unterbrochen, in denen geträumt wird. Nur dieser Ablauf gewährleistet, dassman morgens erholt und frisch aufwacht. Gerade die Traumphasen sind für die psychische Gesundheit besonders wichtig. Schlafforscher wissen heute, dassder Mensch im Traum die Dinge des Tages noch einmal verarbeitet. Hindert man Menschen konsequent am Träumen, tragen sie unter Umständen seelische Schäden davon.

Warum kann ich nicht schlafen?
Nicht jede Schlafstörung eignet sich für die Selbstmedikation. Dies gilt vor allem dann, wenn sie durch psychische Erkrankungen oder körperliches Missbefinden wie etwa Schmerzen, Krämpfe, Juckreiz, Atem- oder Herzbeschwerden bedingt sind. Hier ist auf jeden Fall eine ärztliche Behandlung des Grundleidens erforderlich.

Oft sind aber vorübergehende physische oder psychische Belastungen wie erhöhte Anforderungen im Beruf, Partnerkonflikte, eine ungesunde Lebensführung oder Reizüberflutung die Ursache für fehlenden Schlaf. Die meisten dieser Schlafprobleme lassen sich bereits durch Einhaltung einer gewissen "Schlafhygiene" lösen: Hierzu gehört neben der Schaffung optimaler Schlafbedingungen (bequemes Bett, Lüften, Licht- und Lärmschutz) auch der Verzicht auf schwerverdauliche Speisen und koffeinhaltige Getränke am späten Abend. Körperliche Betätigung (Sport, Gartenarbeit, Spaziergänge), Verzicht auf den Mittagsschlaf und Entspannungsübungen vor dem Zubettgehen wirken sich positiv auf einen gesunden Schlaf aus. Manchmal sind Schlafstörungen auch die Folge von Medikamenteneinnahme. Wer zum Beispiel Appetitzügler oder kreislaufaktivierende Mittel einnimmt, sollte deren stimulierende Nebenwirkung nicht unterschätzen, die unter Umständen für so manche durchwachte Nacht verantwortlich sein kann. Der Genussgrößerer Mengen alkoholischer Getränke führt zwar zu einem schnellen Einschlafen, die erholsamen Tiefschlafphasen werden aber unterdrückt, so dassman sich am nächsten Morgen "wie gerädert" fühlt.

Hilfe aus der Apotheke
Führen diese Allgemeinmaßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg, sollte man einen Versuch mit einem milden, pflanzlichen Beruhigungsmittel machen. Empfehlenswert sind hier vor allem Präparate, die Baldrian-, Hopfen-, Melisse- oder Passionsblumenextrakte enthalten. Auch sinnvolle Kombinationspräparate aus diesen Heilpflanzen können verwendet werden. Bei diesen Präparaten reicht die Auswahl der Zubereitungsformen von Tropfen, Presssäften und Tees über Dragees bzw. Kapseln bis hin zu Zäpfchen und Badezusätzen. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, ist allerdings unbedingt auf eine ausreichend hohe Dosierung zu achten. Für den Laien ist eine Beurteilung angesichts der Vielzahl dieser Präparate schwierig. Er sollte sich daher eingehend hinsichtlich Zusammensetzung und Dosierung in der Apotheke beraten lassen. Wenn trotz der Einnahme von schlafanstoßenden, pflanzlichen Medikamenten immer noch keine Nachtruhe gefunden werden kann, ist der Einsatz von Schlafmitteln aus der Reihe der Antihistaminika, etwa Diphenhydramin oder Doxylamin als Übergangslösung vertretbar. Die Behandlungsdauer sollte möglichst kurz sein. Auf jeden Fall abzulehnen ist die Anwendung dieser Substanzen durch Schwangere und Kinder. Bei extremen Belastungssituationen gibt es schließlich stärkere Schlafmittel, die aber vom Arzt verschrieben werden müssen.